Als junge, alleinstehende Lehrerin nahm ich zwei verwaiste Zwillinge bei mir auf und zog sie allein groß; zweiundzwanzig Jahre später rührte mich ihre Geste zu Tränen.

Manchmal kann ein einfaches „Ja“ alles verändern. So erging es mir vor 22 Jahren an einem regnerischen Nachmittag vor der Schule. Zwei kleine Jungen kauerten unter einem viel zu großen Pullover, durchnässt, still … und völlig allein. Ich ahnte damals noch nicht, dass dieser Moment mein Leben so grundlegend verändern würde.

Eine zufällige Begegnung im Regen… und Liebe auf den ersten Blick mit einer Mutter

Mathis und Léo  waren sieben Jahre alt. Ihre Augen waren die von Kindern, die zu viel gesehen, zu viel verloren und zu viel gelitten hatten. Frisch verwaist, warteten sie – niemand wusste worauf – in Stille und Angst. Ich wurde lediglich gebeten, nach der Schule ein Auge auf sie zu haben. Ich sagte  zu .

Doch aus diesem  „Ja“  wurde eine Verpflichtung. Ein Weg. Eine Familie.

Jeden Tag sah ich sie. Sie klammerten sich aneinander, als wären sie zwei Hälften eines zerbrechlichen Ganzen. Sie sprachen nicht, doch ihre Verbundenheit sagte alles. Ein Blick. Ein gemeinsamer Biss. Eine ausgestreckte Hand.

Und dann, eines Tages,  schob Mathis  seine Hand in meine, um die Straße zu überqueren. Diese Geste berührte mich tief.

 

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