Eine magnetische Ausstrahlung und ein frühreifes Talent
Mit ihren magnetischen Augen und ihrer unbestreitbaren Ausstrahlung verkörperte Lee Grant perfekt die Eleganz und den Chic der 1950er-Jahre. Schon in ihrer ersten großen Rolle in „Detective Story“ (1951), in der sie an der Seite von Kirk Douglas spielte, zog sie das Publikum in ihren Bann. Ihre Leistung brachte ihr eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin sowie den Preis als Beste Hauptdarstellerin bei den Filmfestspielen von Cannes ein. Die großen Studios sahen in ihr sofort eine zukünftige Legende. Alles schien für eine außergewöhnliche Karriere angerichtet … bis zum Bruch.
Schwarze Liste: Wenn Hollywood Meinungsfreiheit bestraft
Während ihre Popularität stetig wuchs, geriet Lee Grant plötzlich auf die schwarze Liste. In diesem System, in dem die Studios absolute Macht ausübten, gab es keine zweite Chance für sie. Welches Verbrechen hatte diese vielversprechende Schauspielerin begangen, um so brutal ins Abseits gedrängt zu werden? Der Grund wurde schnell deutlich: Grant hatte bei einer Zeremonie zu Ehren von J. Edward Bromberg gesprochen, einem Schauspieler, der unter dem McCarthyismus gelitten hatte. Inmitten der Hexenjagd des Komitees für unamerikanische Umtriebe (HUAC) konnte die kleinste Äußerung über ihr Schicksal entscheiden. Ihre Rede wurde von der Hollywood-Elite umgehend falsch interpretiert. Innerhalb weniger Tage wurde sie vom aufstrebenden Star zur Ausgestoßenen. Zwölf lange Jahre lang wurden ihr größere Rollen verwehrt. Ein kometenhafter Aufstieg, zerstört durch Angst und politische Intrigen.
