„Ernste Bedrohung“ für die öffentliche Gesundheit
Am Montag entdeckten die spanischen Gesundheitsbehörden erneut das Hepatitis-A-Virus in einer Lieferung marokkanischer Erdbeeren, wie der Landwirtschafts- und Viehzuchtverband (ULR) von Valencia mitteilte.
„In einer neuen Erdbeerlieferung aus Marokko wurde das Hepatitis-A-Virus nachgewiesen. Dies ist der zweite Fall dieser Art innerhalb von nur neun Tagen“, schrieb die ULR-Geschäftsleitung in einer Erklärung.
Der spanische Bauernverband rief die staatlichen Behörden und die EU-Spitze dazu auf, „Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheitssicherheit“ der Verbraucher zu gewährleisten.
Laut der spanischen Verbraucherorganisation FACUA hat das Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) am Freitag das Hepatitis-A-Virus in einer Erdbeerlieferung aus Marokko nachgewiesen. Die Organisation erklärte, die RASFF-Untersuchung habe ein „ernsthaftes Risiko“ für die öffentliche Gesundheit ergeben.
Die FACUA-Behörden gaben an, dass weiterhin unbekannt sei, aus welcher Region Marokkos die virusinfizierten Erdbeeren stammten. Auch die Marke, unter der die Früchte auf dem spanischen Markt eingeführt wurden, sei unbekannt.
Laut der spanischen Verbraucherorganisation wurden die gesundheitsgefährdenden Erdbeeren angeblich auch „in andere EU-Länder“ exportiert. „Die spärlichen Informationen aus dem RASFF-System nähren den Verdacht, dass alle Erdbeeren aus Marokko gesundheitsgefährdend sind“, schrieb die FACUA-Geschäftsleitung.
Nach dem ersten in Spanien am 9. März festgestellten Fall von Hepatitis A in marokkanischen Erdbeeren gaben die Behörden in Rabat bekannt, dass sie detaillierte Labortests durchgeführt hätten. Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass es keine Fälle von Verunreinigung der Früchte oder des Wassers oder von Hepatitis-A-Infektionen unter den Arbeitern der Plantage gegeben habe, von der die Erdbeeren stammten.