Ich habe es ihm gegeben.
„Eine kleine Überraschung“, sagte ich und lächelte gelassen.
Ich sah ihm beim Trinken zu.
Ein Schluck.
Zwei.
Drei.
Er trank es ohne zu zögern.
Das tat mehr weh, als ich erwartet hatte… es war schon eine Weile her, dass er etwas, das ich ihm gegeben hatte, so überhastet erledigt hatte.
„Wo gehst du denn hin, so schick angezogen und so gut duftend?“, fragte ich und lehnte mich lässig an den Rahmen.
„Besprechung“, sagte er und griff nach seinen Schlüsseln. „Wichtig. Strategie… Prognosen… Synergien.“
Er warf mit diesen Worten um sich, als ob sie irgendetwas bedeutete.
„Synergie mit Spitze?“, murmelte ich.
Aber er war weg.
Die Tür schloss sich.
Schweigen.
Ich schaute auf meine Uhr.
Eine Minute.
Zwei.
Fünf.
Ich setzte mich an den Tisch und wartete.
Zehn Minuten sind vergangen.
Und dann…
Der perfekte Moment.
„FAHR ZUR HÖLLE!“, schrie es von draußen.
Ich lächelte.
Ich trat mit einem möglichst unschuldigen Gesichtsausdruck auf die Veranda.
Da saß er – zusammengesunken neben dem Auto, den Bauch haltend, als ob er jeden Moment nachgeben könnte.
Er stolperte und ging auf das Haus zu.
„Was hast du mir gegeben?!“, schrie er. „Ich schaffe es nicht mehr aufs Klo!“
Ich legte meine Hand auf meine Brust und täuschte Besorgnis vor.
„Schatz… bist du nervös?“
Er erstarrte, bleich.
“Verärgern?!”
„Man sagt, wenn man vor einem Date nervös ist, reagiert der Körper.“
“ICH KOMME NICHT REIN!”
Er rannte auf die Treppe zu.
„Oh… und denk ja nicht mal daran, das Badezimmer oben zu benutzen“, fügte ich süßlich hinzu.
Er blieb mitten im Schritt stehen.
“Warum nicht?”
„Ich räume auf.“
Was dann geschah, war unvergesslich.
Mein Mann, ein „Unternehmensgenie“, der mit großen Worten wie „Synergie“ um sich wirft, bestieg den Berg ohne jegliche Würde, und sein „wichtiges Meeting“ wurde offensichtlich abgesagt.
Die Badezimmertür knallte zu.
Die darauf folgenden Geräusche… waren, gelinde gesagt, dramatisch.
Ich seufzte.
Dann griff ich nach dem Telefon.
Ich habe einen Gruppenchat eröffnet.
„Mädels, gilt der Bierplan noch?“
Die Antworten trafen umgehend ein.
—Natürlich!
—Wir warten!
—Heute Abend feiern wir die Freiheit!
Ich habe meinen Lippenstift nachgezogen.
Ich schnappte mir die Schlüssel.
Meine Tasche.
Meine Würde.
Als ich ging, hallte seine verzweifelte Stimme im Badezimmer wider:
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