Mein Mann, der Geschäftsführer, nahm seine Geliebte mit zur Gala und ließ mich in einem alten Kleid zu Hause zurück.

Ein paar Augenblicke später hörte ich das Klacken von Absätzen auf dem Marmorboden.

Paisley Daly erschien an der Seite meines Mannes, in einem champagnerfarbenen Kleid und mit einer Diamantkette, die mit berechnender Grausamkeit funkelte. Sie lehnte sich mit einem süßen, makellosen, fast schon übertrieben selbstsicheren Lächeln an ihn.

„Bin ich schön, Spencer?“

Er sah sie so an, wie er mich noch nie zuvor angesehen hatte.

“Du bist perfekt.”

Ich stieg langsam die Treppe hinunter.

Sobald Spencer mich sah, runzelte er die Stirn, als wäre ich ein Fleck auf dem Fußboden seines Hauses. Paisley musterte mich von Kopf bis Fuß und verweilte dabei an den abgetragenen Ärmeln meines Kleides.

„Ah, Sie sind also seine Frau?“, lachte sie und hielt sich die Hand vor den Mund. „Jetzt verstehe ich, warum er Sie nie mitnimmt.“

Spencer widersprach ihr nicht.

Sein Schweigen war schmerzhafter als eine Ohrfeige.

„Die jährliche Gala der Apex Group ist viel zu wichtig“, fuhr Paisley fort. „Da werden CEOs, Politiker, internationale Investoren … wichtige Leute sein. Du solltest zu Hause bleiben, Phoebe. So ruinierst du Spencer den Abend.“

Ich sah ihn an und wartete auf wenigstens ein Wort. Nur eins.

Stattdessen bot er ihr seinen Arm an.

„Los geht’s. Wir sind spät dran.“

Der Anruf, der alles veränderte

Ich sah ihnen nach, wie sie wegfuhren. Das Motorengeräusch verhallte in der Nacht. Mrs. Gladys kam auf mich zu, ihre Augen voller Mitgefühl.

“Madam… darf ich Ihnen etwas zu essen zubereiten?”

“Ich habe keinen Hunger.”

Ich ging wieder nach oben, schloss meine Schlafzimmertür und blickte in Richtung Euclid Avenue, wo die Gala im obersten Stockwerk eines der luxuriösesten Hotels der Stadt stattfand.