Diese Nächte, für die es keine Erklärung gab
Woche für Woche fiel mir schließlich etwas Seltsames auf. Jede Nacht, pünktlich um Mitternacht, verließ Elena die Wohnung. Keine Erklärung, kein Drama. Nur ein kurzes Flüstern, bevor sie die Tür schloss: „Ich bin morgen früh wieder da.“
Und sie verschwand in der Nacht.
Sie kehrte vor Tagesanbruch zurück, manchmal erschöpft, manchmal in zerknitterter Kleidung. Ich stellte keine Fragen. Instinktiv spürte ich, dass ihr dieses Schweigen zustand. Eines Nachts fand ich sie auf der Bettkante sitzend, ihre beiden Kinder fest an sich gedrückt, das Gesicht in ihrem Haar vergraben. Ein Bild zwischen Sorge und unendlicher Liebe. Als sie mich sah, lächelte sie nur und sagte: „Danke, dass du so früh gekommen bist.“
Das war ganz und gar Elena.
Zwei Jahre, die sich wie eine Familie anfühlten
Die Zeit verging. Luca und Mira wuchsen mit Morgenstunden auf, die nach warmer Milch dufteten, und mit herzhaftem Lachen vor dem Schlafengehen. Diese kleine Familie war, ohne dass ich es richtig bemerkt hatte, ein unverzichtbarer Teil meines Lebens geworden.
Eines Tages sagte Elena mir dann, dass sie weggehen würde. Sie umarmte mich fest, ihre Augen strahlten: „Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll.“ Ich dachte, damit sei die Geschichte zu Ende. Drei Tage später klopften zwei Polizisten an meine Tür.