Sie verdrehte die Augen, ein Geräusch, das fast wie Lachen klang. „Ja, mit einem ordentlichen Rabatt. Das muss schön sein.“
Ich starrte sie an. Hinter ihr sah meine Wohnung genauso aus wie immer an einem Sonntagmorgen. Aufgeräumt. Ruhig. Das Sonnenlicht, das durchs Wohnzimmerfenster fiel, war sanft und angenehm. Eine Pflanze auf der Fensterbank neigte sich dem Licht entgegen. Ein leichter Duft von Zitronenwaschmittel lag in der Luft. Es wirkte wie die Wohnung eines disziplinierten Menschen.
Vanessa wirkte wie eine zerstörerische Kraft, die eine menschliche Gestalt angenommen hatte.
Ich zwang mich, langsam durch die Nase einzuatmen.
„Warum sind Sie eigentlich hier?“, fragte ich. „Was ist passiert?“
Vanessas Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich, als wäre ein Schalter umgelegt worden. Ihre Augen weiteten sich. Ihre Lippen wurden weicher. Sie stieß einen Seufzer aus, der kalkuliert wirkte.
„Okay“, sagte sie. „Wenn ihr die ganze traurige Geschichte hören wollt: Ich wurde rausgeschmissen.“
Ich blinzelte. „Rausgeworfen?“
„Hmm-hmm“, sagte sie und nickte, als ob es sie ärgerte. „Mein Vermieter ist ein Vollidiot. Ich war nur zweimal zu spät, und plötzlich sagt er: ‚Zahlen oder ausziehen.‘ Als ob er selbst noch nie zu spät gekommen wäre. Wie unfair!“
Die Worte trafen mich wie eine schwere Last. Rausgeworfen. Zweimal zu spät. Allein. Ihr Tonfall klang, als hätte das Universum ihr Unrecht getan.
„Und es ist Ihnen nicht in den Sinn gekommen“, sagte ich vorsichtig, „mir das zu sagen, bevor Sie mit Ihren Koffern ankamen?“
Vanessa winkte ab. „Ich habe letzte Nacht bei einer Freundin geschlafen. Sie hat Mitbewohnerinnen. Die sind komisch. Die wollten mich nicht da haben. Also bin ich hierher gekommen.“
Du bist hierher gekommen, ohne zu fragen.
Sie zuckte erneut mit den Achseln, als ob die Frage optional wäre. „Ich wollte dich nicht belästigen, bis es absolut notwendig war.“
Ich stieß ein kurzes, humorloses Lachen aus. „Das ärgert mich.“
Ihr Blick fiel auf meine Wohnung, als ob sie sich schon ausmalte, wie sie anders aussehen würde. „Es wird schon gut gehen.“