Wer von euch ist auch mit diesem grünen Stuhl aufgewachsen, der so still in der Ecke des Wohnzimmers stand – diesem Stuhl, den jeder benutzte, der aber eigentlich niemandem gehörte, der gleichzeitig Fußstütze, Stuhl, Aufbewahrungskiste und ein Stück Kindheitserinnerung war… und wie nannte eure Familie ihn?

Auf den ersten Blick wirkt es simpel: rund, gepolstert, robust, meist mit grünem oder braunem Vinyl bezogen, das im Sommer etwas an den Beinen klebt und sich im Winter eiskalt anfühlt. Man konnte sich darin nicht zurücklehnen. Man konnte darin nicht schaukeln. Es bot keine besonderen Funktionen.

Und doch hat es irgendwie alles geschafft.

Es diente als Fußstütze nach einem langen Tag im Stehen.
Als Stuhl, wenn unerwartet Gäste kamen.
Als Trittstufe für Kinder, die etwas greifen wollten, das sie nicht anfassen durften.
Und als improvisierter Tisch, wenn es keinen anderen Platz für die Snacks gab.

Und manchmal, wenn niemand hinsah, wurde es in der Fantasie eines gelangweilten Kindes zu einer  Trommel  , einem   Thron  oder gar einem   Raumschiff.