Ich heiratete Evie, weil ich ein Dach über dem Kopf, Sicherheit und eine Zukunft brauchte, die mir ihr Zuhause meiner Meinung nach bieten konnte. Lange Zeit nannte ich es eine Frage des Überlebens, weil das besser klang als die Wahrheit.
Evelyn war einundsiebzig, Witwe und besaß eine Güte, die allen um sie herum Ruhe und Gelassenheit schenkte. Ich war fünfundzwanzig, pleite, verschuldet und schlief in meinem Lieferwagen hinter einem Supermarkt, wo der Nachtmanager so tat, als sähe er mich nicht. Als Evie mir also einen Heiratsantrag machte, sagte ich Ja. Nicht, weil ich sie liebte, sondern weil ihr Haus gemütlich war, ihr Kühlschrank gut gefüllt, und ich es satt hatte, mir vor Vorstellungsgesprächen in Tankstellentoiletten das Gesicht zu waschen.
Als Erstes erzählte ich es Jesse, einem alten Kollegen, der nach zwei Bier selbst den grausamsten Gedanken in einen Witz verwandeln konnte. Wir saßen in einer Bar, als ich sagte: „Jess, ich heirate.“ Er verschluckte sich fast an seinem Getränk. „Wen?“ „Evie.“ „Die alte Witwe mit dem blauen Haus?“ Ich bat ihn, leiser zu sprechen, aber er lächelte nur. „Damon, das ist keine Hochzeit. Das ist ein Dach über dem Kopf.“ Ich murmelte, dass es eben nur ein Dach sei. Jesse beugte sich vor und sagte: „Und wenn du lange genug wartest, gehört es dir.“ Ich hätte einfach gehen sollen. Stattdessen starrte ich in mein Bier und sagte, ich hätte es satt, zu frieren, satt von den Erinnerungsanrufen und satt, nach Tankstellenseife zu riechen.