Fünfunddreißig Jahre lang teilte mein Mann jeden Abend dasselbe Getränk mit mir. Jahre später ließ ich die Flasche analysieren, und das Ergebnis verblüffte mich völlig…

Es spielte keine Rolle, ob sie müde war, einen anstrengenden Tag hinter sich hatte oder ob sie etwas anderes bevorzugen würde. Victor bereitete immer beide Gläser vor.

—Heute Abend hätte ich lieber etwas anderes— sagte ich ihm eines Tages.

—Das ist einfach unser kleines Ritual.

—Warum ist es Ihnen so wichtig?

Victor lächelte.

—Weil ich diesen Moment gerne mit dir teile.

Schließlich setzte ich mich neben ihn.

Das Getränk hatte einen sehr charakteristischen Geruch und einen eher bitteren Geschmack. Manchmal hinterließ es ein seltsames Gefühl im Hals, manchmal einen leicht metallischen Nachgeschmack.

Das Merkwürdigste war, dass Victor es unseren Gästen nie angeboten hat.

Wenn wir Besuch hatten, blieb die Flasche im Schrank aufbewahrt.

Eines Tages, als unsere Tochter Emily sechzehn Jahre alt war, kam sie in die Küche und sah die Flasche.

„Was ist da drin?“, fragte er neugierig.