Mein Bräutigam schickte mich während unseres Hochzeitsfotoshootings scherzhaft in den Pool – die Reaktion meines Vaters überraschte alle.

Weil er jetzt mein Ehemann war  und das Wort „Ehemann“ in meinen Augen noch neu und süß klang. Weil wir uns gerade die Ewigkeit versprochen hatten. Weil die Zeremonie perfekt gewesen war und seine Tränen echt gewirkt hatten. 

„Klar“, sagte ich.

Er schob einen Arm hinter meinen Rücken und den anderen unter meine Beine, um mich für den Sprungwurf in Position zu bringen. Ich spürte, wie sich die Stimmung veränderte, als sich die Leute über mich beugten, um zuzusehen. Jemand sagte: „Ach, wie süß!“, als wären wir ein Postkartenmotiv.

Der Fotograf hob seine  Kamera . 

Fotografie und digitale Kunst

„Eins… zwei… halten…“

Und dann entspannten sich ihre Arme.

Es ging alles so schnell, dass mein Gehirn gar nicht begriff, was da eigentlich vor sich ging.

Mein Körper kippte hinter dem Kontrollpunkt. Mir stockte das Blut in den Adern. Meine Hände streckten sich aus, griffen ins Leere, aber sie konnten nichts fassen.

Ich sah sein Gesicht: strahlend, aufgeregt, fast stolz.

Dann ließ er völlig los.

Ich fiel.

Die Kälte traf mich wie ein Schlag. Sie raubte mir den Atem und verwandelte die Welt in ein Tosen aus Wasser und Schock. Mein Kleid bauschte sich um mich herum und zog mich nach unten, schwer wie Stoff und Spitze. Ich strampelte und kämpfte gegen dieses Gewicht an, verzweifelt bemüht, die Oberfläche zu erreichen, verzweifelt bemüht, zu atmen.

Kämpfe und Mobbing

Als ich es endlich geschafft hatte, schnappte ich so heftig nach Luft, dass mir der Hals brannte.

Ich wischte mir die Tränen aus den Augen und hörte Gelächter.

Kein nervöses Lachen.