Dann, bei seiner Beerdigung, kam ein mir unbekanntes Mädchen auf mich zu, drückte mir einen Umschlag in die Hand und rannte weg, bevor ich auch nur eine Frage stellen konnte. In diesem Umschlag stand der Anfang einer Geschichte, die mein Mann mir selbst nie zu erzählen gewagt hatte.
Ich habe die Schicht an diesem Nachmittag nur mit Mühe überstanden.
Harold und ich waren 62 Jahre verheiratet. Wir lernten uns kennen, als ich achtzehn war, und heirateten innerhalb eines Jahres. Unsere Leben waren so eng miteinander verflochten, dass sich das Gefühl, ohne ihn in dieser Kirche zu stehen, weniger wie gewöhnliche Trauer anfühlte, sondern eher wie der Versuch, mit nur einer halben Lunge zu atmen.
Mein Name ist Rosa, und Harold war sechs Jahrzehnte lang der konstanteste Faktor in meinem Leben. Unsere Söhne standen dicht neben mir, und ich stützte mich auf ihre Arme, als wir langsam durch die Zeremonie schritten.
Als ich sie bemerkte, gingen die Leute nach und nach weg. Ein Mädchen, nicht älter als zwölf oder dreizehn, jemand, den ich weder aus meiner Familie noch aus meinem Freundeskreis kannte. Vorsichtig bewegte sie sich durch die Menge und kam direkt auf mich zu.
„Sind Sie Harolds Frau?“, fragte sie.
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