Sie schenkte mir ein liebes Lächeln, so ein entwaffnendes Lächeln. „Mir wird es gut gehen.“
Aber sie verstand nichts davon.
Meistens schlief sie bis zwölf Uhr mittags. Ich ging morgens zur Arbeit, und sie lag schon im Bett. Als ich nach Hause kam, fand ich sie immer noch an derselben Stelle auf dem Sofa, die Haare zu einem lockeren Dutt hochgesteckt, in meinem Bademantel, als wäre er ihr eigener. Sie sah fern, scrollte durch ihr Handy, lachte darüber und schrieb Nachrichten an Freunde.
Manchmal ging sie abends aus, gekleidet, als hätte sie ein wichtiges Treffen, mit voll aufgedrehter Heizung und hell erleuchteten Lichtern.
Als ich nach Bewerbungen fragte, wimmelte sie mich mit vagen Formulierungen ab.
„Ich wäge meine Optionen ab“, sagte sie, als wäre sie eine Beraterin, die zwischen Angeboten wählen muss, und nicht eine arbeitslose Frau, der die Zwangsräumung droht.
Inzwischen zerbrachen meine Gewohnheiten. Mein Büro gehörte mir nicht mehr, also versuchte ich, alles in mein Schlafzimmer zu quetschen. Ich stellte meinen Laptop auf den Schoß, telefonierte mit dem Rücken ans Bett gelehnt und hoffte, meine Stimme würde professionell klingen, während das Lachen meiner Schwester durch die Wände drang. Ich versuchte, am Küchentisch zu arbeiten, aber die Küche war oft schmutzig, unordentlich und laut.
Zu allem Übel hat sie mich einfach in Besitz genommen.
Eines Nachmittags kam ich nach Hause und sah sie in meinem Lieblingspullover, dem weichen grauen, den ich ihr nach ihrer Beförderung geschenkt hatte – eine kleine Belohnung, von der ich mir selbst eingeredet hatte, dass ich mir nie etwas kaufe. Sie trug ihn, als wäre es ihr eigener.
“Das ist mein Pullover”, sagte ich, und meine Stimme zitterte vor einer Art Schock, der selbst mich überraschte.
Sie blickte nach unten und dann wieder zu mir auf. „Oh. Ich habe es gegriffen. Es war im Schrank.“
Es befindet sich in meinem Kleiderschrank.