Achtung: Der Führerschein wird bald verschwinden, das ist, was Sie im Gegenzug erhalten…

Der altbekannte rosa Führerschein wird in den kommenden Jahren allmählich verschwinden. Europa will, dass das Dokument primär auf dem Smartphone gespeichert wird. Deutschland geht Anfang 2027 den ersten großen Schritt, die Niederlande folgen später. Das klingt besonders praktisch, da man keine separate Karte mehr mit sich führen muss. Allerdings ergeben sich dadurch auch neue Probleme. Ein leerer Akku könnte beispielsweise bei einer Polizeikontrolle plötzlich relevant werden.

 

Die Einführung des digitalen Führerscheins steht im Zusammenhang mit zwei wichtigen europäischen Beschlüssen. Alle EU-Länder müssen eine App für digitale Identität anbieten, die sogenannte EUDI-Wallet. In dieser digitalen Wallet können Sie bald verschiedene offizielle Dokumente speichern, beispielsweise Ihren Personalausweis, Ihre Zeugnisse und Ihren Führerschein. Die App soll für alle kostenlos sein. Darüber hinaus hat Europa neue Regeln für Führerscheine verabschiedet.

Der digitale Führerschein soll sich in der Europäischen Union als Standard durchsetzen. Die Länder haben mehrere Jahre Zeit, ihre Gesetze und Systeme entsprechend anzupassen. Spätestens bis Ende 2030 muss der digitale Führerschein in allen europäischen Ländern gültig sein. Die Plastikkarte wird jedoch nicht vollständig verschwinden. Die Nutzer können weiterhin selbst entscheiden, welche Form sie verwenden möchten. Daher behält jeder ohne Smartphone das Recht auf einen physischen Führerschein.

Der physische Führerschein wird weiterhin bestehen.
Der digitale Führerschein etabliert sich als neuer Standard, seine Nutzung bleibt aber freiwillig. Niemand ist verpflichtet, ein Smartphone zu kaufen oder eine spezielle App zu installieren. Auch muss niemand seinen bisherigen Führerschein sofort abgeben. Wer kein geeignetes Smartphone besitzt, kann weiterhin einen physischen Führerschein beantragen. Gleiches gilt für diejenigen, die offizielle Dokumente nicht digital speichern möchten. Sie behalten ihr Recht auf den gewohnten rosa Führerschein.

Gemäß den neuen europäischen Vereinbarungen muss die physische Karte innerhalb von drei Wochen zugestellt werden. Der größte Unterschied liegt künftig vor allem in der Reihenfolge. Aktuell erhält fast jeder automatisch einen Führerschein aus Plastik. Künftig wird voraussichtlich zunächst eine digitale Version angeboten. Wer zusätzlich eine physische Karte wünscht, muss diese separat beantragen. Der physische Führerschein wandelt sich somit langsam von einem Standarddokument zu einer zusätzlichen Option.

Man kann diese Entwicklung mit einem Kontoauszug in Papierform vergleichen. Früher erhielt fast jeder automatisch einen nach Hause geschickt. Heute muss man sich oft bewusst dafür entscheiden. Für viele Autofahrer wird diese Umstellung kaum Probleme bereiten. Sie nutzen ihre Smartphones bereits für Zahlungen, Fahrkarten (Bahn und Flug) und Terminvereinbarungen. Ein Führerschein im selben digitalen Umfeld erscheint daher nur logisch.

Dennoch ist eine separate Karte für viele Menschen weiterhin praktisch und sinnvoll. Schließlich kann ein Handy kaputtgehen, gestohlen werden oder der Akku leer sein. Eine Plastikkarte ist unter solchen Umständen weiterhin voll funktionsfähig. Außerdem bleibt der aktuelle Führerschein bis zum darauf angegebenen Ablaufdatum gültig. Daher muss niemand plötzlich ein neues Dokument beantragen. Die Umstellung auf digitale Dokumente erfolgt schrittweise.