Krankenschwester Lauren hat es versucht. Der Anruf wurde direkt auf die Mailbox umgeleitet.
Auf der anderen Seite der Stadt saß Mark Carter lachend in einem privaten Speisesaal eines Country Clubs, während Madison Vale, seine Jugendliebe, ein silbernes Tortenmesser über eine weiße Schokoladen-Himbeer-Torte hielt. Sein Handy vibrierte einmal in seiner Tasche. Er sah Emilys Namen, runzelte die Stirn und hielt dann die Seitentaste gedrückt, bis der Bildschirm schwarz wurde.
„Heute geht es um uns“, murmelte Madison.
Mark lächelte, beugte sich zu ihr vor und half ihr, die Torte anzuschneiden.
Zurück im Operationssaal nahm Emily mit tauben Fingern den Stift.
„Wenn ich unterschreibe“, sagte sie, „werden sie dann am Leben bleiben?“
„Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht“, antwortete Dr. Patel.
Emily hat unterschrieben.
Die Operation begann unter hellem, weißem Licht. Emily fing verstreute Worte über sich auf: „Druck sinkt“, „Mehr Saugkraft“, „Baby A ist da“, „Intensivstation bereit“, „Sie blutet zu stark“. Um bei Bewusstsein zu bleiben, wiederholte sie die Namen, die sie selbst gewählt hatte: Grace. Lily. Hope.
Dann ertönte der erste Schrei.
Dünn, wütend, voller Leben.
Ein zweiter Schrei folgte.
Und dann nichts mehr.
‘Baby C?’, rief Emily entsetzt aus.
„Wir arbeiten an ihr“, sagte jemand.
Ihre Sicht verschwamm. Sie stellte sich vor, wie Mark, verängstigt und voller Reue, durch die Türen stürmte und sich schließlich für sie entschied. Stattdessen drückte eine Krankenschwester Emilys Hand fester.
Stunden später kehrte Mark ins Krankenhaus zurück. Er trug einen leichten Duft nach Emaille und Madisons Parfüm in der Luft. Während der Aufzugfahrt überlegte er sich seine Ausreden. Emily sei immer übertrieben dramatisch. Im Krankenhaus klinge alles immer schlimmer. Er würde behaupten, seine Batterie sei leer.
Doch der Kreißsaal war leer.
Das Bett war abgezogen. Blumen aus seinem Büro standen noch unberührt auf dem Fensterbrett. Es gab weder Frau noch Kinder.
Eine Krankenschwester ging mit Patientenakten vorbei. Mark packte sie am Ärmel.
„Wo ist Emily Carter? Meine Frau. Drillinge. Kaiserschnitt.“
Die Krankenschwester starrte ihn an. „Emily Carter?“
“Ja.”