Vier Monate nach Amtsantritt des Jetten-Kabinetts zeichnen sich deutliche Veränderungen in den Umfragen ab. D66 verliert an Boden, Pro holt auf und die PVV verliert Punkte. Die Minderheitskoalition ringt derweil um die Mehrheit. Dies sind die auffälligsten Entwicklungen und ihre Hintergründe.
D66 unter Druck
Der Wahlkreis D66, der im Oktober noch 26 Sitze errang, fällt im Umfrageindikator auf 15 bis 20 Sitze zurück. Besonders viele Wähler wenden sich von der Partei ab, denen die aktuelle Politik nicht links genug ist. Laut Ipsos I&O wechseln etwa 15 Prozent zu Pro.
Diese Abwanderung trifft genau die wunde Stelle des Wahlkreises D66: progressive Wähler, die sich Fortschritte bei Themen wie Klimaschutz, Bildung und wirtschaftlicher Sicherheit wünschen. Eine Minderheitsregierung zwingt zu Kompromissen, was sichtbar zu Spannungen führt. Die Folge: eine kleinere, weniger eindeutige Wählerbasis.
Pro wächst in der Opposition
Pro, ehemals GroenLinks-PvdA, gewinnt weiter an Boden und steht mit 24 bis 29 Sitzen an der Spitze des Peilingwijzer. Als größte Oppositionspartei kann sich Pro profilieren, ohne die Last der Regierungsverantwortung oder den Kampf um Mehrheiten für einzelne Themen.
Damit gewinnt Pro Wähler, die sich explizit linke Alternativen wünschen. Inhaltlich konzentriert sich die Partei stark auf Klimaschutz, soziale Sicherheit und öffentliche Dienstleistungen. Diese klare Positionierung zahlt sich aus, insbesondere gegenüber einer Koalition, die um Unterstützung für jedes einzelne Thema kämpfen muss.