D66 bricht in den jüngsten Umfragen komplett ein, die Niederlande wollen eindeutig einen Wandel

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D66 bricht in den jüngsten Umfragen komplett ein, die Niederlande wollen eindeutig einen Wandel

Koalition kämpft mit mangelnder Unterstützung

Die Minderheitskoalition ist nicht sehr beliebt. Die CDA verliert an Boden und kommt am Ende auf 13 bis 18 Sitze, während die VVD sich mit 19 bis 23 Sitzen recht gut behauptet. Jedes Gesetz erfordert neue Allianzen, und dieses Bild wirkt sich auf die Parteien aus.

Der Meinungsforscher und Politikwissenschaftler Tom Louwerse weist darauf hin, dass dieses Taktieren und Abwägen den Eindruck erwecken kann, die Koalition spiele mit beiden Seiten. Wähler empfinden die Politik mal als zu links, mal als zu rechts. Ein Teil der Wähler hingegen begrüßt die zurückgekehrte Ruhe und ist bereit, ihr Zeit zu geben.

Bei Rechtsverschiebung verliert der PVV an Boden.

Auf der rechten Seite lässt sich ein ähnliches Muster erkennen, allerdings auf Kosten der PVV. Ihre Sitzzahl sinkt auf 17 bis 22. Gleichzeitig steigt JA21 auf 11 bis 15 Sitze und das Forum für Demokratie auf 10 bis 14 Sitze.

Laut Louwerse setzt sich damit ein Trend fort, der bereits bei den Wahlen erkennbar war: Damals verlor die PVV elf Sitze, während JA21 und FVD an Sitzen gewannen. Darüber hinaus kritisieren Wähler des rechten Flügels, dass das Kabinett Schoof in der Asylpolitik keine Erfolge erzielt habe.

Warum Wähler umziehen

Hinter diesen Verschiebungen verbirgt sich ein erkennbares Motiv: Ungeduld. Die eher links orientierten Wähler des Wahlkreises D66 wünschen sich schnellere und entschlossenere politische Maßnahmen; die Rechten erwarten konkrete Ergebnisse in den Bereichen Migration und Sicherheit. Die Minderheitsregierung erschwert klare Entscheidungen und verstärkt das Gefühl, zwischen zwei Meinungen hin- und hergerissen zu sein.

Gleichzeitig gibt es eine Gegenbewegung: Wähler, die die relative Ruhe nach einer turbulenten Zeit tatsächlich begrüßen. Sie schenken dem Kabinett Vertrauen, auch wenn nicht alles nach ihren Vorstellungen verläuft. Ruhe und Berechenbarkeit erweisen sich auch als politisches Kapital.

BBB weiter unten

Hinter den größeren Parteien bleibt die Lage für die BoerBurgerBeweging (BBB) ​​weiterhin dürftig. Die Partei, die im Herbst noch vier Sitze errungen hatte, steht nun bei 1 zu 3. Sie scheint zwischen einer Rechtsruckphase und der Fokussierung auf andere Themen hin- und hergerissen zu sein.

Analysten weisen darauf hin, dass sich die Prioritäten verschieben: Stickstoff und Landwirtschaft spielen eine geringere Rolle, während Kaufkraft, Gesundheitswesen und Migration an Bedeutung gewinnen. In diesem Umfeld wird es schwieriger, eine breite Wählerschaft mit vorwiegend landwirtschaftlichem Profil zu halten.

Weitere kleine im Plus

Nicht alle Parteien verlieren. Die Partei für die Tiere (Party for the Animals) steigt auf 4 bis 7 Sitze, und 50Plus kommt nach ihrem Comeback ins Repräsentantenhaus auf 2 bis 6 Sitze. Auch die SP und Volt schneiden mit 3 bis 5 bzw. 1 bis 3 Sitzen etwas besser ab.

Stabilität finden wir bei ChristenUnie, SGP und Denk, alle drei zwischen 2 und 4. Die Streuung auf kleine Parteien unterstreicht die Fragmentierung: Nischenthemen und erkennbare Profile erzeugen Bewegung, auch wenn sich die großen Linien in Den Haag nur langsam verschieben.

Was sagt der Umfrageindikator aus?

Der Peilingwijzer kombiniert Umfragen von Ipsos I&O und Verian/EenVandaag zu einem gewichteten Durchschnitt. Diese Gewichtung dämpft Ausreißer und sorgt für ein stabileres Bild der Trends. Das Ergebnis wird als Spannweite in Wahlkreisen anstatt als einzelne, exakte Werte dargestellt.

Der Entwickler des Peilingwijzer-Fragebogens ist der Politikwissenschaftler Tom Louwerse (Universität Leiden). Wichtig zu wissen: Umfragen sind Momentaufnahmen, keine Prognosen. Sie spiegeln Stimmungen und Entwicklungen wider, mit gewissen Unsicherheiten und Annahmen. Die Richtung ist oft aussagekräftiger als das genaue Ergebnis.