Du hast also geschwiegen?
„Ich war neun.“
Das ließ mich einen Moment lang erstarren.
Er erklärte, dass Masons Verhalten mit zunehmendem Alter nur noch schlimmer wurde. Jugendhaft. Schlägereien. Schließlich Gefängnis.
Doch Caleb musste immer wieder an jene Nacht denken.
Vor allem, da wir Jahre später zufällig dieselbe Schule besuchten.
„Zuerst bin ich dir aus dem Weg gegangen“, gab Caleb zu. „Jedes Mal, wenn ich dich ansah, musste ich an das Feuer denken.“
Doch schließlich war es unmöglich, mir aus dem Weg zu gehen.
Unterrichtsstunden. Gänge. Fußballspiele. Gruppenprojekte.
Und irgendwann auf diesem Weg verwandelte sich die Schuld in etwas anderes.
Dann gab Caleb etwas zu, womit ich nie gerechnet hätte.
Kurz vor dem Schultanz hörte er ein paar Jungen Witze darüber reißen, dass ihn bestimmt niemand zum Tanzen auffordern würde.
Ich bin ihnen entgegengeflogen. Einer von ihnen wollte mich deswegen fast schlagen.
Taylor stand still hinter uns und hörte zu.
Caleb fuhr fort: „Ich habe dich nicht zum Tanzen aufgefordert, weil ich Mitleid mit dir hatte. Ich habe es getan, weil ich es satt hatte, so zu tun, als ob du mir egal wärst.“
Das hat mich völlig überrascht.
Er erklärte, dass er, nachdem er mich nach Hause gebracht hatte, zu Taylors Haus gefahren sei, weil ihre Eltern verreist waren und er Rat brauchte, wie er mir endlich die Wahrheit sagen könne.
Ich hatte eigentlich vor, heute mit dir zu sprechen.
Ich starrte ihn lange an, bevor ich schließlich die Frage stellte, die mich noch immer am meisten beschäftigte.
Warum sollte Mason so etwas tun?
Caleb schüttelte langsam den Kopf.
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.
Dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck leicht.
Aber vielleicht sollten wir ihn selbst fragen.