Eine kleine Geste im Supermarkt, die ich nie vergessen werde

Es war ein ungewöhnlich ruhiger, regnerischer Wochentagnachmittag im Supermarkt. Das dumpfe, etwas melancholische Summen der großen Kühlvitrinen und das rhythmische, monotone Piepen der Kassen erfüllten den geräumigen Laden. Ich stand halb schlafend in der Schlange, an meinen Einkaufswagen gelehnt, versunken in meine Gedanken an Arbeit und Abgabetermine. Das grelle Neonlicht tauchte die Waren in ein kaltes Licht, und die Zeit schien quälend langsam zu vergehen.

Bis mein Blick plötzlich auf ein kleines Mädchen fiel, das zwei Plätze vor mir in der Schlange stand. Sie konnte nicht älter als zehn sein. Ihr Pelzmantel war eigentlich etwas zu dünn für die Jahreszeit. In ihren kleinen, noch etwas tauben Händen hielt sie eine wunderschön verzierte Geburtstagstorte. Sie bewahrte die Plastikbox mit so viel Sorgfalt und Ehrfurcht auf, als wäre sie der kostbarste Schatz der Welt.