Je länger ich starrte, desto weniger Sinn ergab es.
Die Bewegung war nicht geschmeidig und fließend, wie ich sie mir bei einer Schlange vorgestellt hatte. Sie war ruckartig, ungleichmäßig, fast verzweifelt. Was auch immer es war, es schien vorwärtszustoßen, dann innezuhalten und dann wieder vorwärtszustoßen.
Nur ein Teil davon war sichtbar.
Etwas Dünnes ragte aus dem Riss in der Wand und zuckte leicht. Der Rest blieb im Inneren verborgen. Meine Gedanken rasten und malten mir Szenarien aus, die weit schlimmer waren als die Realität.
Ich verspürte eine Welle der Angst, vermischt mit Abscheu – diese tiefe, instinktive Reaktion, die man hat, wenn man glaubt, Zeuge von etwas Unnatürlichem zu werden, etwas, das man niemals hätte sehen sollen.
Ich hätte schreien können.
Gleichzeitig wollte ich mich langsam zurückziehen, die Tür schließen und so tun, als wäre der Moment nie geschehen.
Genauer hinsehen, auch wenn man es nicht will
Wider besseres Wissen wagte ich einen vorsichtigen Schritt näher.
Meine Beine fühlten sich unsicher an, doch Neugier und Besorgnis trieben mich vorwärts. Als ich mich vorbeugte, verlagerte sich mein Angstgefühl leicht. Die Bewegung wirkte weniger bedrohlich und eher … angestrengt.
Da wurde mir etwas Wichtiges klar.
Was auch immer sich in der Wand befand, es versuchte nicht, hineinzukommen.
Es versuchte, auszubrechen.
Die Form wurde deutlicher. Klein. Geschuppt. Überhaupt keine Schlange.
Es war eine Eidechse.
Genauer gesagt, ein Skink.