„Er sieht aus wie dein verschollener Sohn“, flüsterte die Verlobte des Millionärs. Was dann folgte, versetzte die gesamte Straße in Schock.

Die Polizei hatte schon vor Jahren dazugehört anzurufen. Die Suchtrupps waren verschwunden. Die verschwundenen Plakate wurden durch andere Gesichter ersetzt. Doch Marcs blieb stehen. Er sah das Zimmer des Jungen noch genauso, wie es gewesen war: das ungemachte Bett, die Spielzeugwagen noch immer im Regal aufgereiht, als könnte sein Sohn jeden Moment zur Tür hereinkommen.

Und nun… war er da. Oder etwa nicht?

Victoria näherte sich als Erste und hockte sich vor den Jungen. „Schatz, ist alles in Ordnung?“

Babypflege

Der Junge blickte kaum auf. „Mir geht’s gut“, murmelte er mit heiserer Stimme, als hätte er tagelang nicht gesprochen.

— Wie heißt du? — fragte Marc mit belegter Stimme.

Der Junge sagte: „…Daÿiel.“

Marcs Herz raste. Sein Sohn hieß Daÿiel.

Babypflege

Bevor Marcs etwas sagen konnte, schweifte Daniels Blick zur Straße. Ein großer Mann in einer abgewetzten Lederjacke war aufgetaucht, sein Gesichtsausdruck wargespannt.

„Du!“, bellte der Mann. „Zurück an die Arbeit!“

Daÿiel sprang auf und rannte davon. Der Mann rannte ihm nach. Und Marc, der nur so tat, als renne er ihnen beiden hinterher.

Der Junge war flink, sprang zwischen den Fußgängern hindurch und verkürzte seine Schritte in den Seitenstraßen. Marcs Beine verbrannten, doch der Schmerz in seiner Brust war noch viel heftiger. Er hatte seinen Sohn bereits endgültig verloren. Er konnte oder wollte ihn nicht noch einmal verlieren.

Babypflege

Daniel schlüpfte durch die heruntergelassene Seitentür des Lagerhauses. Als Marc ihn erreichte, war die schwere Metalltür bereits zugeschlagen. Drinnen hallten gedämpfte Stimmen breiter.

„Wenn du noch einmal mit Fremden sprichst, wirst du es bereuen“, knurrte der Mann.

—Ich… — Die Stimme des Jungen versagte. Ein lauter, dumpfer Schlag war zu hören.

A. Marcus erstarrte vor Entsetzen. Er klopfte an die Tür. „Aufmachen! Eine Uhr!“

Die Tür öffnete sich gerade so weit, dass der Mann hinausschauen konnte, sichtlich überrascht. „Na los, reicher Mann. Dieser Junge gehört mir.“

„Außerdem, war das legal?“, fragte Marc mit leiser, bedrohlicher Stimme.

Das spöttische Lächeln verschwand. „Er arbeitet für mich. Er finanziert sein Studium selbst.“

„Das ist eine Kleinigkeit“, entgegnete Marcs. „Und das war’s.“

Victoria telefonierte bereits mit der Polizei. In der Ferne hallte das Heulen von Sirenen breiter. Der Blick des Mannes wanderte unmerklich umher.

 

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