Urlauber und Tagesausflügler, die diesen Sommer an die belgische Küste reisen, werden vor einer besorgniserregenden Entwicklung gewarnt. Forscher beobachten einen starken Anstieg des Kleinen Petermännchens , eines giftigen Fisches, der immer häufiger in flachen Küstengewässern auftaucht.
Eine neue Studie des Flämischen Meeresinstituts (VLIZ) und der Universität Gent zeigt, dass der Fisch heute 24-mal häufiger vorkommt als vor etwa 30 Jahren . Laut den Forschern spielt die Erwärmung des Meerwassers dabei eine bedeutende Rolle.
Die Erwärmung verändert das Meeresleben
Für die Studie wurden aktuelle Beobachtungen mit Daten aus den 1990er Jahren verglichen. Dies zeigt, dass sich das Meeresleben entlang der belgischen Küste deutlich verändert hat.
Mehrere bekannte Arten sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. So ist beispielsweise die Anzahl der Graugarnelen um 78 Prozent, die der Strandkrabben um 88 Prozent gesunken, und auch Heringe, Sprotten und Grundeln sind deutlich seltener anzutreffen.
Gleichzeitig gewinnen wärmeliebende Arten zunehmend an Bedeutung. Neben dem Kleinen Petermännchen werden auch junge Steinbutte, Glattbutte und die Atlantische Graue Schwimmkrabbe immer häufiger gesichtet.
Laut dem Biologen Jan Seys scheinen viele traditionelle Bewohner der Brandungszonen die zunehmend wärmeren Küstengewässer zu meiden.