Diese Worte waren längst aus seinem moralischen Wortschatz verschwunden.
Am selben Abend explodierte mein Messenger. Eine Voicemail nach der anderen, wie ein Kugelhagel, jede absurder als die vorherige:
— Claire, bist du verrückt?
„Wo ist der Geldanweisungsbeleg für meine Mutter? Sollten Sie ihr das Geld nicht geben?“
„Willst du sie wirklich ohne alles gehen lassen? Du undankbarer Elender!“
Ich musste lachen, als ich auf mein Handydisplay starrte. Auf dem Wohnzimmertisch glänzte der rote Ordner mit den Scheidungspapieren im Lampenlicht – eindringlicher als jede Erklärung.
Undankbar?
Ich hatte zu dieser Familie überhaupt keinen Kontakt mehr.
Ich wischte über den Bildschirm, antwortete nicht und legte auf. Ein leises, angenehmes Gefühl überkam mich. Sanfter, beruhigender als alles, was ich in all den Jahren gekannt hatte, in denen ich die verständnisvolle Ehefrau gespielt hatte, während sie mich innerlich auffraßen.
In jener Nacht rief sie an.