Elena betrachtete die Summe. Sie war überwältigend. Sie überstieg das Einkommen ihres Vaters in seinen besten Jahren.
„Es wäre mir eine Ehre, Marcus“, sagte sie und schüttelte ihm die Hand.
„Ausgezeichnet“, lächelte Marcus freundlich. „Ich veranstalte heute Abend einen kleinen VIP-Empfang für unsere Investoren im Astor Grand. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich als Ehrengast begleiten und das Managementteam kennenlernen würden.“
„Das werde ich“, versprach Elena.
Sie trat aus dem Hochhaus ins trockene, helle Sonnenlicht. Sie lachte laut auf. Das Universum hatte eine seltsame Art, die Dinge wieder ins Gleichgewicht zu bringen. An dem Tag, an dem ihre Familie versucht hatte, sie zu brechen, war sie endlich frei.
Das Astor Grand war der Inbegriff von Luxus in Dubai – riesige Flächen aus importiertem italienischem Marmor, hoch aufragende goldene Säulen und eine Lobby, die so ruhig und makellos war, dass sie einem Museum ähnelte.
Elena traf um 19:00 Uhr ein und sah makellos aus. Marcus begrüßte sie am Eingang und stellte sie dem Hoteldirektor und einigen wichtigen Investoren vor. Gemeinsam durchstreiften sie die weitläufige Lobby, besprachen das bevorstehende Projekt und wurden dabei vom Hotelpersonal mit größtem Respekt behandelt.
Als sie sich dem prunkvollen Empfangsbereich näherten, hallte eine laute, schrille, schmerzlich vertraute Stimme durch die Marmorhalle.
„Mir ist egal, was Ihr Computer anzeigt! Mein Mann ist ein sehr reicher Mann! Sie müssen ein Zimmer für uns haben!“
Elena hielt an.
Evelyn und Chloe standen am Empfang und wirkten in ihren zerknitterten, altmodischen Reiseklamotten völlig deplatziert. Chloe weinte, ihr Make-up war verschmiert. Evelyn knallte wütend ihre Kreditkarte auf den Tresen, während der elegante Concierge sie mit höflicher Verachtung ansah.
„Gnädige Frau, ich habe das schon dreimal erklärt“, sagte der Concierge ruhig. „Diese Karte wird abgelehnt. Ohne gültige Zahlungsmethode können wir Ihnen kein Zimmer anbieten, und Ihre ursprüngliche, rabattierte Reservierung ist uns nicht bekannt.“
Marcus verstummte, als er Elenas Blick bemerkte. „Alles in Ordnung, Elena? Kennst du sie?“