„Du hast mich geschlagen. Du hast mich ausgenutzt. Du hast mich als Last bezeichnet“, fuhr Elena fort und sah ihrer Mutter in die Augen. „Ich bin nicht dein Reisebüro. Ich bin nicht deine Bank. Und ich bin ganz sicher nicht mehr dein Boxsack.“
„Elena, wir sind Familie!“, rief Evelyn.
„Nein“, korrigierte Elena sie. „Du bist die Hierarchie. Und ich gehe.“
Elena wandte sich an den Geschäftsführer. „Entschuldigen Sie die Unterbrechung, François. Ich kenne diese Damen nicht mehr. Bitte kümmern Sie sich in der Lobby nach eigenem Ermessen.“
„Selbstverständlich, Ms. Mercer“, sagte der Hoteldirektor und deutete energisch auf zwei kräftige Sicherheitsleute in dunklen Anzügen. „Meine Herren, bitte geleiten Sie diese beiden aus dem Hotel.“
„Elena! Das kannst du nicht tun!“, schrie Chloe, als die Wachen ihren Arm packten. „Du bist ein Monster!“
Elena blickte nicht zurück. Sie wandte sich an Marcus, lächelte charmant und sagte: „Sollen wir zur Party gehen? Ich würde gern die Skyline der Stadt sehen.“
Als sich die Aufzugtüren schlossen, sah Elena als Letztes, wie ihre Mutter und Schwester durch die drehbaren Glastüren in die erdrückende, unerbittliche Wüstenhitze geführt wurden.
Kapitel 5: Die Architektur des Friedens
Der Rest der Woche in Dubai verlief auf eine Weise, die ihr zuvor unmöglich erschienen wäre. Elena lernte Marcus’ Team kennen, besichtigte beeindruckende Immobilien und aß in Restaurants, ohne dass jemand ihre Essenswahl oder ihr Gewicht kommentierte. Eines Abends, als sie mit einer Tasse Kardamomkaffee am Wasser saß, wurde ihr bewusst, dass die Ruhe weniger dramatisch wirkte als die Freiheit, die sie sich erträumt hatte.