Marie ist 81 Jahre alt, lebt in einem ruhigen Dorf und verbringt ihre Tage oft allein. Sie hat vier erwachsene Kinder, die alle ein aktives Leben führen. Diese lieben sie sehr, doch Anrufe sind selten und erfolgen meist nur, wenn etwas zu besprechen ist. „Meine Kinder rufen nur an, wenn sie etwas brauchen“, flüstert sie.
Ihr Leben dreht sich um ihre Familie. Auf sie war immer Verlass: ob sie nun eine Hose zerriss, auf die Enkelkinder aufpasste oder einfach alles tat, was nötig war. Früher herrschte im Haus reges Treiben, Kinder tobten herum und der Duft frisch gebackener Kekse lag in der Luft. Diese Zeiten sind vorbei; jeder hat jetzt seine eigene Familie und seinen eigenen Rhythmus.
Sie versteht, dass alle beschäftigt sind, aber die Stille zwischen den Kontakten schmerzt. Sie vermisst die langen, ehrlichen Gespräche, das gemeinsame Erinnern und das ungezwungene Plaudern ohne Hintergedanken. Wenn sie selbst anruft, bekommt sie oft kurze, hastige Antworten, und das belastet sie sehr.