Vier Jahre lang redete ich mir ein, dass ich alles schaffen könnte, solange meine Tochter ihren Abschluss machte. Doch drei Tage vor der Zeremonie rief mich der Dekan an und teilte mir mit, dass es dringend sei und Jane in Sorge sei.
Mein Mann verließ uns, als Jane fünf Jahre alt war.
Kein Geschrei. Keine Geständnisse über Fremdgehen. Kein Tellerzerschlagen in der Küche.
Nur ein kurzes, ruhiges Gespräch am Tisch, nachdem sie ins Bett gegangen war.
Er sagte: „Ich glaube, ich kann das nicht mehr.“
Am nächsten Morgen stand ein Koffer vor der Tür.
Ich erinnere mich daran, wie ich ihn anstarrte und fragte: „Was soll ich tun?“
Er betrachtete seine Hände.
„Dieses Leben.“
Am nächsten Morgen stand ein Koffer vor der Tür.
Jane kam in Socken in die Küche, rieb sich die Augen und fragte: „Warum ist Papa so angezogen?“
Er hockte sich hin und küsste sie auf den Kopf. „Ich muss kurz weg.“
Ich redete mir immer wieder ein, dass es nur vorübergehend sei.
Sie nickte, wie Kinder es tun, wenn sie etwas nicht verstehen, aber trotzdem tapfer wirken wollen.
Dann ging er.
Danach waren wir nur noch zu zweit.