Achtung Eltern: So absurd hoch ist die Geldstrafe, die Sie zahlen müssen, wenn Ihr Kind mit Straßenkreide erwischt wird.

Auf den ersten Blick wirkte es wie eine einfache Übersicht: eine Art Quittung mit Beträgen, die man bei schweren Vergehen erwarten würde. Doch diese Quittung bezog sich nicht auf schwere Straftaten, sondern auf Dinge, die vielen Menschen im Alltag begegnen. Kleine, scheinbar harmlose Handlungen, wie etwa das Malen mit Straßenkreide, wurden plötzlich mit hohen Geldstrafen belegt. Das warf sofort Fragen und Emotionen auf. Man fragte sich, ob dies der richtige Ansatz für die Strafverfolgung sei und ob nicht mehr Raum für gesunden Menschenverstand sein sollte.

 

Die Liste wurde in den sozialen Medien vielfach geteilt, weil sie viele schockierte. Sobald man neben einer alltäglichen Situation einen Betrag sieht, fragt man sich, ob er angemessen ist. Muss wirklich für jede Kleinigkeit eine Geldstrafe verhängt werden? Oder ist das eine übertriebene Form der Strafverfolgung? Diese Fragen lösten eine Welle von Reaktionen und Meinungsäußerungen aus. Die Diskussion ging über die Geldstrafen hinaus; es ging auch darum, wie wir zusammenleben und welche Regeln wir für wichtig halten.

Der Mann hinter dem Überblick
Die Liste der Bußgeldbeträge wurde von Wybren van Haga veröffentlicht. Er ist bekannt als ehemaliges Parlamentsmitglied und Gesicht der Partei BVNL. Seit seine Partei nicht mehr im Parlament vertreten ist, engagiert sich van Haga verstärkt im Internet. Er beteiligt sich weiterhin an der öffentlichen Debatte und ist auch lokal aktiv, unter anderem in Den Helder. In den sozialen Medien fällt er durch seine pointierten Aussagen und Positionen auf. Aufgrund seiner Bekanntheit und seines scharfen Tons erregte die Liste große Aufmerksamkeit und verbreitete sich rasch auf verschiedenen Plattformen.

Wybren van Haga gab einen Überblick über Bußgelder für scheinbar einfache Verstöße im öffentlichen Raum. Es ging nicht um komplexe Strafverfahren, sondern um alltägliche Dinge, die man in jeder Straße und jedem Viertel sieht: vom Anleinen von Hunden bis zum Füttern von Vögeln. Viele Menschen erkennen sich oder ihre Umgebung in diesen Situationen wieder. Gerade weil sie so vertraut sind, fanden sie bei vielen Menschen Anklang.

Straßenkreide und die damit verbundenen Bußgelder
Eine der Regeln auf der Liste, die viel Aufmerksamkeit erregte, betraf Straßenmalkreide. Viele verbinden mit Straßenmalkreide nostalgische Erinnerungen an Hüpfspiele und schnell verblassende Regenbögen. Bei Regen verschwinden die Zeichnungen oft vollständig. Dennoch gilt Straßenmalkreide auf dieser Liste als „Beschädigung der öffentlichen Straße“ und wird mit einer Geldstrafe von 170 Euro geahndet. Diese Summe löste große Empörung aus, insbesondere da es sich um Kinderzeichnungen handelt. Eltern und Großeltern erinnern sich vielleicht an ihre eigene Kindheit und verstehen nicht, warum dies so streng bestraft werden muss.

 

Der geteilte Beitrag enthielt zahlreiche Beispiele für Verstöße, die von Ordnungsbeamten mit Bußgeldern geahndet werden können. Dazu gehören unter anderem das Füttern von Tauben (100 Euro), bellende Hunde (160 Euro), Hunde ohne Leine (110 Euro), das Trinken aus einer offenen Bierflasche oder -dose auf der Straße (110 Euro), Schwimmen in der Nähe einer Brücke (170 Euro), das Klettern auf Straßenmobiliar (110 Euro) und das Herumlungern ohne triftigen Grund (110 Euro). Diese Regeln und Bußgelder werfen Fragen nach dem Verhältnis zwischen Vorschriften und persönlicher Freiheit auf.