Die Preisunterschiede zwischen den Niederlanden und anderen Ländern können beträchtlich sein. Schmuggler kaufen dort große Mengen zu niedrigeren Preisen ein und verkaufen sie dann in den Niederlanden mit einem beträchtlichen Gewinn. Selbst bei einem niedrigen Verkaufspreis bleibt noch viel Geld übrig.
Dies macht den Handel für organisierte kriminelle Gruppen attraktiv. Laut den geltenden Vorschriften beschränken sich solche Netzwerke nicht immer auf Tabakwaren. Einige Gruppen sind auch in Drogen- oder Waffenhandel verwickelt. Die Gewinne aus dem Zigarettenhandel können andere illegale Aktivitäten finanzieren.
Für Kriminelle ist Tabak oft weniger riskant als andere Schmuggelwaren. Die Strafen können geringer ausfallen als für harte Drogen. Gleichzeitig sind die Gewinne enorm. Das macht illegale Zigaretten für organisierte Schmuggelgeschäfte attraktiv.
Durch diesen Handel entgehen dem Staat Hunderte Millionen Euro an Einnahmen. Diese Gelder werden normalerweise über Verbrauchssteuern und andere Abgaben eingenommen. Darüber hinaus sind auch die Überwachung und Durchsetzung der Gesetze mit hohen Kosten verbunden. Somit trägt die Gesellschaft die Folgen des Problems auf vielfältige Weise.
Höhere Preise können Raucher zum Aufhören bewegen. Gleichzeitig schaffen sie Raum für einen Schwarzmarkt. Die Regierung muss daher ständig ein Gleichgewicht finden. Gesundheitspolitik und deren Durchsetzung sind in diesem Zusammenhang eng miteinander verknüpft.
Der Zoll setzt neue Ressourcen ein
Der Zoll will verschiedene Techniken einsetzen, um Schmuggler schneller aufzuspüren. Beispielsweise werden bei Verkehrskontrollen Kameras und Drohnen eingesetzt. Dadurch lassen sich verdächtige Fahrzeuge und Situationen frühzeitig erkennen. Die Beamten können dann gezielt eingreifen.
Drohnen können beispielsweise große Gebiete aus der Luft überwachen. Kameras können Nummernschilder oder auffällige Bewegungen erfassen. Diese Hilfsmittel ersetzen die Kontrolleure nicht vollständig. Ihr Hauptzweck ist es, das verfügbare Personal effizienter einzusetzen.
Der Zoll will außerdem die Kontrollen an Flughäfen verbessern. Reisende dürfen nur begrenzte Mengen an Tabakwaren einführen. Wer deutlich größere Mengen mit sich führt, muss dies erklären können. Große Mengen können eher auf Handel als auf Eigenbedarf hindeuten.
In Häfen ist die Inspektion von Seecontainern weiterhin ein wichtiger Bestandteil. Dabei kommen Scans, Risikoanalysen und Spürhunde zum Einsatz. Computer können besonders verdächtige Sendungen identifizieren. So muss nicht jeder Container manuell geöffnet werden.
Darüber hinaus prüft die Regierung strengere Gesetze. Neue Regeln könnten den Handel erschweren und unattraktiver machen. Welche Maßnahmen genau eingeführt werden, ist noch unklar. Auch die letztendliche Wirkung dieses Ansatzes bleibt abzuwarten.
Eine vollständige Unterbindung des Schmuggels dürfte weiterhin schwierig bleiben. Solange große Preisunterschiede bestehen, bleibt der Schmuggel attraktiv. Zudem ändern kriminelle Gruppen ihre Routen und Methoden rasch. Daher muss der Zoll ständig neue Methoden entwickeln.
Für Verbraucher ist es weiterhin ratsam, ausschließlich offizielle Verkaufsstellen zu nutzen. Ein auffällig niedriger Preis kann auf illegale Herkunft hindeuten. Andernfalls unterstützen Käufer unwissentlich kriminelle Netzwerke. Zudem wissen sie nicht, welche Substanzen sie tatsächlich konsumieren.
Der Kampf gegen illegale Zigaretten geht daher über reine Steuereinnahmen hinaus. Es geht auch um Sicherheit, Gesundheit und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Mit neuen Technologien und strengeren Kontrollen hofft der Zoll, den Handel einzudämmen. Wie erfolgreich dies sein wird, bleibt in den kommenden Jahren abzuwarten.