Meine Großmutter war die geizigste Frau der Welt.
Das ist keine Übertreibung. Sie benutzte Papiertücher wieder. Sie verdünnte Spülmittel mit Wasser. Eines Tages schickte sie mir sogar eine Grußkarte mit der Aufschrift „Alles Gute zum Geburtstag“, die sie sorgfältig aus einer alten Karte ausgeschnitten hatte, die sie Jahre zuvor erhalten hatte.
Als sie im Alter von neunundachtzig Jahren starb, scherzte ihre Familie unter Tränen, dass sie wahrscheinlich einen Rabatt vom Bestattungsinstitut erhalten hatte.
Ich hatte nicht erwartet, viel zu erben. Und tatsächlich habe ich gar nichts geerbt.
Kein geheimes Sparkonto. Kein verborgener Schatz auf dem Dachboden. Nur eine kleine Metalldose mit ordentlich gefalteten Coupons, einem Kassenbon von 2003 und einem einfachen 50-Dollar-Geschenkgutschein eines Supermarkts aus der Gegend, der jahrelang in seiner Schublade gelegen hatte.
Fünfzig Dollar.

Ich hätte beinahe gelacht.
Ein Teil von mir wollte es als das ultimative Symbol seiner Persönlichkeit sehen. Ein anderer Teil wollte es loswerden. Es zu behalten, erschien mir absurd, wie die Pointe eines Running Gags über seine Sparsamkeit.