Ich dachte, ich hätte die wahre Liebe gefunden. Stattdessen fand ich einen Mann, der meine Verletzlichkeit liebte, weil sie ihm ein Gefühl von Stärke verlieh.
Ich kehrte mit einer Soßenschüssel ins Esszimmer zurück. Meine Beine zitterten unkontrolliert.
Ich schaute auf den leeren Stuhl neben David. Darauf stand ein Teller, aber niemand saß darauf.
Ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich ging hin und zog den Stuhl heraus.
Das Knarren der Holzbeine auf dem Holzboden brachte den ganzen Raum zum Schweigen.
„Was machst du da?“, fragte Sylvia gefährlich leise.
„Ich muss mich setzen“, sagte ich und umklammerte die Stuhllehne. „Einen Moment, ich muss noch etwas essen.“
Sylvia stand auf. Sie schlug mit der Hand auf den Tisch, sodass das Besteck verstreut wurde.
„Diener sitzen nicht bei ihren Familien“, flüsterte sie.
Ich erstarrte. „Ich bin seine Frau Sylvia. Ich bin schwanger mit Ihrem Enkel.“
„Du bist wertlos. Du kannst nicht mal einen Truthahn richtig braten“, knurrte er. „Wenn wir fertig sind, isst man im Stehen in der Küche. So läuft das bei uns. Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten.“
Ich sah David an. Meinen Ehemann. Den Vater meines Kindes.
„David?“, flehte ich.
David nahm einen Schluck Wein. Er sah mich nicht an. Er starrte die Wand an.
„Hör auf meine Mutter, Anna“, sagte er gelassen. „Sie weiß es am besten. Mach keine Szene vor Mark. Geh in die Küche.“
Ein stechender Schmerz durchfuhr meinen Unterleib. Es war kein Hunger. Es war ein Krampf. Ein sehr heftiger.
Ich keuchte auf und umfasste meinen Bauch. „Dav
„Irgendetwas stimmt nicht. Es tut weh.“
„Los geht’s!“, rief Sylvia und deutete vorsichtig auf die Küchentür.
Ich drehte mich um. Ich stolperte. Die Welt geriet ins Wanken.
Kapitel 2: Der tödliche Stoß.
Ich versuchte mich zu bewegen. Wirklich. Aber der Schmerz in meinem Bauch fühlte sich an wie ein glühendes Eisen, das sich in mir drehte.
Ich blieb an der Kücheninsel stehen und hielt mich an der Granitarbeitsplatte fest, um nicht herunterzufallen.
„Ich sagte, geh weg!“, rief Sylvia mir hinterher.
Er folgte mir in die Küche. Sein Gesicht war von purer, furchtbarer Wut verzerrt. Er hasste Ungehorsam. Er hasste es, dass ich seine Autorität in Frage gestellt hatte, indem ich mich hinsetzen wollte.
„Ich kann nicht“, sagte ich mühsam. „Sylvia, bitte… ruf den Arzt an.“
„Du faules, verlogenes Gör!“, schrie Sylvia. „Immer krank! Immer müde! Du bist erbärmlich!“
Sie warf sich mir an den Hals.
Sie legte beide Hände auf meine Brust, knapp über meinem Herzen, und drückte.