Danach saßen wir auf dem Küchenboden, ich mit dem Rücken an den Schränken, Daniels Arm um meine Schultern. Ich drehte meine Hand immer wieder im Licht und beobachtete, wie der kleine Diamant das Licht reflektierte. Elf Minuten lang schien die Welt perfekt.
Dann klingelte mein Telefon.
„Mama“, antwortete ich und lächelte immer noch.
„Aber Daniel, wo genau wirst du das tun?“, fragte er sofort.
Keine Glückwünsche. Keine Begeisterung. Nicht einmal ein einziges „Ich freue mich für dich“.
„Die Hochzeit“, sagte sie ungeduldig. „Wo findet die Zeremonie statt? Ich muss es wissen.“
Ich warf Daniel einen Blick zu. Er neigte leicht den Kopf und hörte offensichtlich zu.
„Wir haben uns noch nicht entschieden, Mama. Er hat einfach…“
„Nun, du solltest dir langsam Gedanken darüber machen“, unterbrach sie ihn. „Diese Unterkünfte sind ein Jahr im Voraus ausgebucht. Ich werde mal anfangen, anzurufen.“
Ich sollte wohl etwas erklären. Mein ganzes Leben lang habe ich jede Entscheidung unter dem Rat meiner Mutter getroffen: Welche Universität ich besuche, welches Studienfach ich wähle, sogar welche Wohnung ich mieten sollte.