Als mein Vater starb, war ich neunzehn. Bei der Beerdigung hielt er mich fest im Arm und flüsterte: „Jetzt sind wir nur noch zu zweit. Du bist alles, was mir geblieben ist.“
Von da an fühlte es sich immer so an, als würde man eine trauernde Witwe im Stich lassen, wenn man ihr Nein sagte.
Als ich ihr auch sagte, dass Daniel und ich die Hochzeit selbst planen wollten, schwieg sie. Vier Sekunden lang. Ich habe sie alle gezählt.
„Okay“, sagte er schließlich. „Ich verstehe. Du brauchst mich nicht mehr.“
Meine Brust schnürte sich augenblicklich zusammen. Die alten Schuldgefühle, die sie mir Jahre zuvor wie eine unsichtbare Software eingepflanzt hatte, flammten mit voller Wucht wieder auf.
„Nein, Mama“, sagte ich schnell. „Natürlich brauche ich dich. Ich möchte, dass du mitmachst.“
Ich hörte, dass sie am anderen Ende der Leitung zufrieden sei.
Von der anderen Seite der Küche aus beobachtete mich Daniel schweigend. Er sagte nichts, aber sein Kiefer zuckerte leicht, wie immer, wenn er etwas verbarg.