Nach 10 Jahren… findet ein Vater in einem alten Basar eine Puppe, die mit der Stimme seiner vermissten Tochter spricht!

Kommissarin Fernanda beugte sich vor und fragte: „Und welchen Lösungsvorschlag haben Sie gemacht?“ Die Nonne holte tief Luft und sagte: „Er würde 10.000 Reais für jedes Kind zahlen. Ich würde Dokumente fälschen und behaupten, es seien Waisen ohne Familie, und er würde Adoptivfamilien für sie finden. Er sagte, die Kinder würden dann ein besseres Leben haben.“

Roberto war übel. Seine Tochter war wie eine Ware verkauft worden.

Schwester Conceição fuhr fort: „Aber Marina war anders. Sie war keine Waise. Sie war ein entführtes Kind. Ein Mann brachte sie in einem Lieferwagen und sagte, sie habe sich verirrt und ihre Eltern seien bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ich wusste, dass er log.“

Fernanda unterbrach sie scharf: „Wer war dieser Mann?“ „Er sagte, er heiße Juan Santos. Er sagte, er arbeite mit Dr. Rodríguez zusammen“, antwortete die Frau. Er war groß und schlank und hatte eine Narbe auf der rechten Gesichtshälfte.

Roberto fröstelte. Dieser Name, Juan Santos, war bei den ersten Ermittlungen gefallen. Ein Mann, der Wochen vor Marinas Verschwinden im Viertel Agua Verde gesehen worden war, aber nicht gefunden wurde.

Die Nonne fuhr fort: „Marina blieb etwa einen Monat im Heim. Sie weinte viel, sagte, ihre Eltern seien nicht tot und sie wolle nach Hause. Ich versuchte, sie davon zu überzeugen, die Vergangenheit zu vergessen.“

Er hielt inne, seine Stimme stockte vor Rührung. „Aber er war sehr klug. Er entdeckte, dass ich in meinem Büro alte Tonbandgeräte hatte, mit denen ich Besprechungen aufzeichnete. Eines Tages gelang es ihm, eine Nachricht für sein Baby aufzunehmen, in der er um Hilfe bat.“

Kommissarin Fernanda fragte: „Und warum haben sie sich entschieden, das Baby jetzt, nach zehn Jahren, auf den Flohmarkt zu bringen?“ Schwester Conceição begann bitterlich zu weinen. „Weil ich die Wahrheit über Dr. Rodríguez herausgefunden habe. Er starb letztes Jahr, und seine Familie kam zu mir, um einige seiner Sachen zurückzubekommen. Da erfuhr ich, dass er die Kinder nicht in Pflegefamilien gegeben, sondern an Leute verkauft hatte, die schreckliche Dinge taten.“ Stille senkte sich über den Raum, nur unterbrochen von ihrem Schluchzen.

Jahrelang behielt ich einige der Sachen der Kinder als Strafe, doch das schlechte Gewissen überwältigte mich. Ich dachte, wenn ich diese Dinge auf dem Stadtmarkt verkaufe, würde sie vielleicht ein Verwandter finden und die Wahrheit erfahren.