Ich hatte endgültig genug. Nach über fünfzig Jahren Ehe wollte ich, eine fünfundsiebzigjährige Frau, dieser Beziehung ein Ende setzen. Mein Mann Charles und ich waren seit unserer Studienzeit zusammen; er war zehn Jahre älter als ich, aber unsere Liebe hatte alle Unterschiede überwunden. Jeder, der uns kannte, glaubte, wir würden für immer unzertrennlich sein. Und lange Zeit hatten sie Recht.
Wir haben zwei wundervolle Kinder großgezogen, die erwachsen wurden, eigene Familien gründeten und uns stolz machten. Doch irgendwann, trotz unseres erfüllten und scheinbar glücklichen Lebens, fühlte ich mich gefangen. Ich hatte das Gefühl, nie wirklich für mich selbst gelebt zu haben. Dieses Gefühl schlich sich langsam, aber sicher ein und zeigte sich bald in meinem Umgang mit Charles.

Er liebte mich sehr und sorgte sich immer nach Kräften um mich. Doch als ich distanzierter und gereizter wurde, war er verwirrt. Ich merkte, dass er nicht verstand, warum ich plötzlich wegen Nichtigkeiten anfing zu streiten und Wutanfälle zu bekommen. Schließlich versuchte er, mit mir zu reden, in der Hoffnung, dass wir unsere Probleme lösen könnten.
Eines Nachmittags ertappte er mich dabei, wie ich vor mich hin murmelte.
„Was ist los, Liebling?“, fragte sie leise. „Du redest schon wieder mit dir selbst.“
„Das ist alles deine Schuld, Charles“, platzte es aus mir heraus, meine Stimme zitterte vor Bitterkeit. „Du machst mich langsam aber sicher verrückt.“