An einem ruhigen Dienstagabend um 23:42 Uhr entdeckte ich, dass mein Ehemann, mit dem ich seit zwölf Jahren verheiratet bin, auf einer Dating-Seite registriert war.
Ich hatte nicht danach gesucht. Gedankenverloren scrollte ich durch die Profile und versuchte, mich von dem dumpfen Schmerz abzulenken, der meinen Körper quälte – ein vertrauter Begleiter nach zwei Jahren Behandlungen, Operationen und langer Genesungszeit. Dann sah ich ihn. Seinen Namen. Sein Foto. Ein Profil.
(Abbildung dient nur zur Veranschaulichung)
Zuerst dachte ich, es sei ein Irrtum. Ein gestohlenes Bild. Jemand, der sich als er ausgibt.
Aber die Details waren zu präzise. Ihre Lieblingsbücher. Die Art, wie sie ihre Leidenschaft fürs Kochen an Sonntagmorgen beschrieb. Sogar der kleine Scherz über die verbrannten Pfannkuchen, dessen Wahrheit nur ich kannte.